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Dominiques Ecke: Zwei sinnvolle Überlegungen zu nachhaltiger Planung

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Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde. Ob nun nur ein Trend oder Verantwortungsgefühl der Umwelt gegenüber – auf jeden Fall gibt es neben all den gut gemeinten Vorsätzen auch sinnvolle und konkrete Maßnahmen. In der IP-Sicherheitsbranche bedeutet Nachhaltigkeit unter anderem, dass ein Videosicherheitssystem langfristig und ressourcenschonend betrieben werden kann.

Zwei konkrete Fragen

1. Wie lange lässt sich eine Kamera unter Sicherheitsaspekten bedenkenlos betreiben?

  • Einen sicheren, langfristigen Betrieb garantiert LTS – der Long-Term Support von Axis.

Eine Kamera kann (wie alle IT-Geräte) nur dann sicher betrieben werden, wenn das Betriebssystem (bzw. die Firmware) Fehlerbehebungen und Sicherheitspatches erhält. AXIS OS ist das Betriebssystem von Axis für Edge-Geräte. Es ist ein Linux-basiertes Betriebssystem, das auf Offenheit, Transparenz und Cybersicherheit ausgelegt ist. Ebenfalls ist in diesem Zusammenhang die Software-Stückliste (SBOM) für AXIS OS zu erwähnen. Sie legt den Schwerpunkt auf Cybersicherheit durch Verbesserung der Transparenz in der Lieferkette.

AXIS OS wird in verschiedenen Versionen angeboten, je nach den spezifischen Anforderungen des Anwenders. Die Long-Term-Support Tracks (LTS) maximieren die Stabilität des Systems und konzentrieren sich darauf, ein gut integriertes System von Drittanbietern zu erhalten, indem sie Fehlerbehebungen und Sicherheitspatches bereitstellen. Der Active Track hingegen bietet Zugang zu den neuesten Funktionen, die auf dem aktuellen Stand der Technik basieren, sowie zu Fehlerbehebungen und Sicherheitspatches, was den Active Track als einen auf Softwareentwicklung ausgerichteten Track definiert.

Unsere AXIS Q1656-LE Box-Camera wird bspw. über ihren gesamten AXIS OS-Lebenszyklus hinweg bis 2028 kontinuierlich mit neuen Funktionen und Verbesserungen sowie höherer Cybersicherheit und Sicherheitspatches versorgt. Von 2028 bis 2033 erhält sie schließlich einige Verbesserungen und alle Sicherheitspatches über LTS 2028, wobei der Schwerpunkt auf der Kompatibilität liegt.

Weitere Informationen finden Sie in diesem White Paper.

Ein System langfristig und sicher betreiben bedeutet einen besseren Überblick in Sachen Total Costs of Ownership zu haben. Sollte aus Gründen der Cybersicherheit eine Kamera frühzeitig ersetzt werden, stellt sich die Frage nach dem Anschaffungspreis der neuen Kamera und den Kosten für den Austausch (Hebebühne, Personal, Nachtarbeit usw.).

Übrigens: LTS ist nur eine der Antworten zu Cybersicherheitsrisiken. Es gibt in jeder Phase des Lebenszyklus‘ eines vernetzten Geräts Cyberrisiken, von der Produktion bis zur Außerbetriebnahme. Mehr dazu finden Sie im Dokument „Lebenszyklus-Management für Geräte“.

2. Ressourcenschonende Betrachtung: Wie viel (zusätzliche) Energie verbraucht das Videosicherheitssystem?

  • Den Energieverbrauch finden Sie im Datenblatt bzw. der Bitrate des Geräts in der jeweiligen Szene.

Das Datenblatt gibt in der Regel die „typische“ und die „maximale“ Leistung an. Fehlt der typische Wert, kann man von der „maximalen Leistung“ ausgehen.

Konservative Annahme: Gehen wir bei einer Modellrechnung eines Videosicherheitssystems mit 200 Kameras von einer Einsparung von 5 W pro Kamera aus. Eine Kilowattstunde (kWh) kostet ca. 30 Cent und die verwendete Kamera hat eine Lebensdauer von 10 Jahren.

Berechnung:

Leistungsvergleich für 200 Kameras
Leistungsvergleich für 200 Kameras

Dies entspricht einer Einsparung von 26.000 Euro für 10 Jahre. Nicht berücksichtigt ist dabei die korrekte Dimensionierung der Switches, die die Kameras mit Energie versorgen.

Generierte Bitrate einer Kamera

Von Kamera zu Kamera messen wir die Bitrate mit Faktor 2 zu 10, um die gleiche Bildqualität zu erhalten. Dank der Axis-Technologie Zipstream, mit der sich ohne Qualitätsverluste Speicherplatz verringern lässt, bleibt die forensische Wertigkeit des Bildmaterials bei einer sehr niedrigen Bitrate erhalten. Eine 2 bis 10-fach niedrigere Bitrate bedeutet also folglich 2- bis 10-fach weniger Serverplatz für die Aufzeichnung.

Berechnung:

  • 200 Kameras (klassisches Szenario mit einer AXIS P1375, kontinuierliche Aufzeichnung 30 Tage) = 47 TB
  • die Speicherung wird mit 2 Servern vor Ort realisiert (Verringerung des Risikos bei Verlust eines Servers)
  • 1 Server benötigt normalerweise 2x 500 W (redundante Auslegung der Stromversorgung)

Gehen wir von zweimal mehr Serverplatz aus, benötigen wir vier Server, d.h. zwei zusätzliche Server. Zwei Server bedeuten: 2x Server PLUS 2x Stromversorgung x 500 W mehr = 2 kWh Mehrverbrauch. Auf einen Lebenszyklus von zehn Jahren entspricht das ca. 50.000 Euro. Nimmt man nun 10x mehr Server bedeutet das 18 zusätzliche Server, was wiederum einer Summe von insgesamt 450.000 Euro an Einsparungen über 10 Jahre entspricht!

Die Investitionskosten für die Server sind in diesem Beispiel nicht enthalten.

Die gleiche Überlegung kann gemacht werden, wenn man Analysen „on the edge“, d.h. in der Kamera, durchführt, wodurch die Anzahl der Server und die Investition in zusätzliche Hardware eingespart werden kann.

Ein Ressourcen schonender Betrieb bedeutet niedrige Betriebskosten. Und damit mehr Nachhaltigkeit.

In diesem Sinne überlasse ich es Ihnen, darüber nachzudenken, ob Anforderungen wie langfristiger technischer Support (LTS) oder ein niedriger Energieverbrauch nicht Teil Ihrer zu Beginn gestellten Spezifikationen sein sollten.

 

Ich wünsche Ihnen allen eine nachhaltige Planung von zweckmäßigen und intelligenten Lösungen.

Ihr Dominique Morel

Architect & Engineering Manager Österreich, Schweiz

E-Mail: Dominique.Morel@axis.com | Tel.: +41 79 780 72 37

 

Noch zwei Hinweise zum Schluss:

  • Schon gewusst? Sie können in AXIS Site Designer jetzt Kameras nach Stromverbrauch und nach Nachhaltigkeit sortieren.
  • Gerne berechnen wir mithilfe unseres TCO-Tools auf Anfrage mit Ihnen das komplette TCO-Bild Ihrer Anlage – melden Sie sich einfach!
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