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Sicherheitssystem-Kosten | Die Gesamtbetriebskosten verstehen

7 Minuten zum Lesen
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Illustration of an iceberg visualizing the hidden cost in a security system's lifespan

Investitionen sind nie ohne Risiko. Wo es oft um große Summen geht, kann es teuer werden, wenn die Rendite das Risiko nicht überwiegt.

Das gilt für die Kosten eines Sicherheitssystems ebenso wie für jeden anderen größeren Kauf. Genau deshalb kann eine Entscheidung, die sich allein auf den Anschaffungspreis stützt – ohne ein wirkliches Verständnis der Folgekosten – Sie langfristig einem erhöhten Risiko aussetzen, ohne dass Sie es merken.

In diesem Blogbeitrag erläutern wir, warum das Verständnis der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) für jedes neue Sicherheitssystem entscheidend ist, und zeigen Ihnen, wie Sie den TCO berechnen – damit Ihr Kauf zu einer klugen Investition wird.

Was ist TCO?

Um diese Erkenntnisse einordnen zu können, ist es wichtig zu verstehen, was Gesamtbetriebskosten genau bedeuten. TCO bezeichnet die vollständigen Kosten für Anschaffung, Installation, Nutzung und Wartung eines Produkts oder einer Dienstleistung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Anstatt sich nur auf den Kaufpreis zu konzentrieren, berücksichtigt der TCO zusätzliche Kosten wie Implementierung, Betrieb, Wartung, Schulungen sowie die spätere Ablösung und Entsorgung.

Beim Kauf denkt man oft nicht daran, mögliche künftige Kosten einzuplanen. Doch genau das kann später zu unliebsamen Überraschungen führen – denn Installations-, Implementierungs- und Betriebskosten fallen alle unter den TCO.

Selbst jene „Was-wäre-wenn"-Kosten, die im Laufe der Zeit entstehen können: Hardware- und Software-Upgrades, Produktwartung, Einarbeitung neuer Mitarbeitender und Schulungsaktualisierungen. Wer diese bereits beim Kauf im Blick hat, kann Geld sparen.

Wer die Gesamtbetriebskosten im Voraus kennt, ist besser in der Lage, eine fundierte Entscheidung zu treffen – anstatt sich vom günstigen Einstiegspreis leiten zu lassen.

Total cost of ownership illustration

Wie viel kostet ein Sicherheitssystem?

Wenn man bedenkt, dass ein durchschnittliches Sicherheitssystem in der Regel sieben bis zehn Jahre hält, geraten die Anschaffungskosten schnell in den Hintergrund, sobald sich die langfristigen Zusatzkosten summieren.

Tatsächlich mag es überraschend sein zu erfahren, dass der Kaufpreis am Ende nur etwa 30 % der Gesamtbetriebskosten ausmachen kann – und das über die gesamte Lebensdauer des Systems.

Da also bis zu 70 % der Kosten verborgen bleiben können, kann diese Realität für jemanden, der ein System allein nach dem Kamerapreis ausgewählt hat, später hart zuschlagen. Das verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, die indirekten Kosten eines Sicherheitssystems zu berücksichtigen.

Diese künftigen und versteckten Ausgaben werden maßgeblich von den Entscheidungen beeinflusst, die Sie früh im Kaufprozess treffen. Die TCO-Betrachtung ist ein zuverlässiger Schutz dagegen.

Stellen Sie sich daher Fragen wie: „Welche Upgrades könnten künftig nötig sein?", „Wie viele Mitarbeitende müssen eingeschult werden?", „Wie hoch ist der Stromverbrauch?" oder „Wie oft müssen Teile ausgetauscht werden?" – denn in fünf Jahren werden Sie froh sein, dass Sie es getan haben.

Schlüsselelemente der Gesamtbetriebskosten

Um die umfassenden Kosten eines Sicherheitssystems über seine gesamte Lebensdauer wirklich zu verstehen, ist es wichtig, die wesentlichen Komponenten zu analysieren, die zu den Gesamtbetriebskosten beitragen.

Illustration of the lifespan cost of a security system

Dieser Abschnitt beleuchtet drei entscheidende Aspekte für ein klareres Bild der erforderlichen Investition:

  • Erstanschaffung
  • Laufende Betriebskosten, z. B. für Speicher
  • Verschiedene indirekte Ausgaben

1. Anschaffungskosten

Bei den initialen Kosten eines Sicherheitssystems betrachten wir in der Regel den Kaufpreis für Hardware, Softwarelizenzen, Lieferung und Installation.

Leider konzentrieren sich viele Gespräche über Anforderungen allein auf die Kameras – ohne die weiteren Anforderungen des Gesamtsystems zu berücksichtigen, von Energieverbrauch bis hin zu Speicherbedarf.

Es mag verlockend sein, die Budgetdiskussion auf die Kameras zu fokussieren, anstatt darüber nachzudenken, wo Mittel für Betrieb und Wartung dieser Kameras benötigt werden. Das Sicherheitssystem muss Ihre Anforderungen jedoch auf absehbare Zeit erfüllen.

2. Speicherkosten

Neben den initialen Anschaffungskosten zählen die Kosten für die Speicherung von Aufnahmen zu den bedeutendsten laufenden Ausgaben. Die gesetzlichen Anforderungen zur Aufbewahrungsdauer unterscheiden sich je nach Region – es lohnt sich, diese zu kennen, um Komplikationen zu vermeiden.

Vorschriften wie die DSGVO und HIPAA bestimmen, wie lange Aufnahmen gespeichert werden müssen, was Speicher zu einem wesentlichen Kostenfaktor macht.

Um nach der Kamerainstallation nicht von hohen Server- und Stromkosten überrascht zu werden, ist es entscheidend, zu berechnen, wie die unterschiedlichen Speicheranforderungen der einzelnen Kameramodelle den TCO beeinflussen können.

Es ist ein erhebliches Risiko, günstigere Kameras zu kaufen, um anfangs Geld zu sparen – denn diese Ersparnis geht langfristig durch höhere Energie-, Server- und Speicherkosten verloren.

Energy consumption

Wer Speicherkosten durch kleinere Videodateien reduzieren möchte, muss Geräte wählen, die keine Abstriche bei der Bildqualität machen. Dies kann beispielsweise bei der Beweissicherung zum Problem werden, wenn Personen oder Vorfälle nicht mehr identifizierbar sind.

Denken Sie daran: Komprimiertes Video kann pixelig oder unscharf werden – das ist keine Ersparnis, sondern ein Verlust. Glücklicherweise bieten moderne Kameras oft leistungsfähige Technologien, um dieses Dilemma zu lösen. 

Diese Technologien bewahren wichtige forensische Details und senken gleichzeitig Bandbreite und Speicherbedarf – und damit die Langzeitkosten. Sie können Ihnen sogar dabei helfen, Ihre Gesamtbetriebskosten weiter zu senken, da keine zusätzliche Außenbeleuchtung erforderlich ist.

Es empfiehlt sich stets, Versprechen zu hochwertigem Bildmaterial bei geringem Speicherbedarf vor der Installation zu überprüfen.

3. Indirekte Ausgaben 

Die Wahl des Gerätetyps beeinflusst die Ausgaben weit über den Speicher hinaus. Eine TCO-Prognose muss auch laufende Kosten für Überwachung, Wartung und Stromverbrauch umfassen.

Wenn man die Zahlen zusammenrechnet, können die Kosten schnell erheblich werden – entscheidend ist, dass die gewählten Geräte direkten Einfluss auf die Höhe dieser Beträge haben.

Günstigere Kameras und Geräte können am Anfang verlockend sein, führen aber langfristig zu enormen indirekten Kosten.

Wer hingegen von Anfang an auf qualitativ hochwertigere Geräte setzt, kann diese indirekten Kosten langfristig senken – und die eingesparten Mittel wieder in das Unternehmenswachstum investieren.

Simulation der Gesamtbetriebskosten

Wie gezeigt, gehen die wahren Kosten eines Sicherheitssystems weit über den Kaufpreis hinaus.

Um diesen Kauf in eine kluge Investition zu verwandeln, ist ein tiefes Verständnis des TCO unerlässlich. Genau hier kann ein TCO-Simulator, wie er im AXIS Site Designer angeboten wird, wertvolle Einblicke liefern.

Simulating the total cost of ownership

Er modelliert wichtige Faktoren wie Energiekosten und Gerätelebensdauer anhand Ihrer gewählten Geräte und Speicheranforderungen und gibt Ihnen einen klaren Überblick über die langfristigen Kostentreiber.

Durch den Vergleich Ihres geplanten Systems mit Benchmarks von Mitbewerbern liefert er eine fundierte Schätzung Ihrer möglichen Langzeiteinsparungen.

Abschließende Worte zu Sicherheitssystemkosten

In diesem Beitrag haben wir gezeigt, dass die Frage „Was kostet ein Sicherheitssystem?" weit über den Kaufpreis hinausgeht.

Wer versteht, wie die Wahl des Kameratyps die gesamte Kostenkette beeinflusst, kann aus einer Kaufentscheidung eine Investition machen. Dazu reichen bereits ein paar gezielte Fragen:

  • Welche Kamerafunktionen benötige ich?
  • Wie viel Speicher benötige ich bei diesen Kameras?
  • Wie viel Strom wird das System langfristig verbrauchen?
  • Wie wirken sich die Technologien dieser Kameras auf die Gesamtkosten aus?

Kurz gesagt: Wer sich zu Beginn die richtigen Fragen stellt – und Partner findet, die diese Fragen offen beantworten – und wer weiß, wie man den TCO berechnet, kann unliebsame Überraschungen bei Strom-, Speicher-, Betriebs- oder Wartungskosten vermeiden und am Ende das Sicherheitssystem erhalten, das wirklich zu seinen Anforderungen passt.

Erfahren Sie, mit welchen fünf Schritten Sie das Beste aus Ihrer Investition in ein Sicherheitssystem herausholen können.

Jonatan Dychawy

Jonatan Dychawy is Product Growth Manager at Axis Communications, bringing over 20 years of experience in business development, grounded in a background in economics. For the past 8+ years, Jonatan’s focus has been on security system costs, and he is currently leading efforts around total cost of ownership in surveillance systems, equipping stakeholders with tools to shift the conversation from price to long-term value.

Jonatan Dychawy Product Growth Manager